1. Mainzer Minigolf-Club e.V. 1964

2015_DSM_Trappenkamp

MGC Mainz schafft das „Triple-Double“


(05.07.2015) Die beiden Ü45-Teams des 1. MGC Mainz schreiben einmal mehr Minigolf-Geschichte: Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Trappenkamp (Schleswig-Holstein) wiederholten die Mainzer ihren Doppelsieg der beiden Vorjahre. Die Aufgabe war jedoch diesmal ungleich schwerer, fanden doch die beiden letzten Meisterschaften in Bensheim (2013) und Darmstadt-Arheilgen (2014), also praktisch „vor der Haustür“ statt. Die 600 km lange Anreise ließ beim dritten Anlauf nur ein viertägiges Trainingsprogramm auf den weitgehend unbekannten Anlagen zu. Doch die acht MGC-Akteure und ihre beiden Betreuer Michael Bamberg und Dominik Ullrich ließen sich davon nicht beirren, konzentriert wurden die vier Tage genutzt, so dass man mit einem guten Gefühl in den Teamwettbewerb starten konnte.

Die erste Mannschaft ging in exakt derselben Besetzung wie im Vorjahr an den Start. Die Einzeleuropameister Alice und Roman Kobisch, der frischgebackene Nationencupsieger Markus Janßen, sowie der letztjährige DSM-Dritte Patrick Beringhausen sollten den dritten Titel in Serie holen. Im zweiten Team spielten Bernd Szablikowski, Hannes Klee und Joachim Eichhorn, als Einwechselspielerin stand Petra Szablikowski bereit.

Nach der ersten Runde auf den kleinen Eternitbahnen lag Mainz 2 mit 61 Schlägen in Front, Runde zwei auf den längeren Betonbahnen ging aber mit 77 Schlägen klar an die Erste, die damit die Führung übernahm. Die zweite Mannschaft fand sich im dichten Verfolgerfeld mit Göttingen, Dormagen-Brechten, Waldshut und Ludwigshafen wieder. In der zweiten Eternitrunde passierte wenig, Mainz 1 festigte die Führung, die das Team in der Folge nicht mehr abgeben sollte. Das Trio präsentierte sich zu ausgeglichen, als dass einer der Konkurrenten noch ernsthaft hätte eingreifen können. So steuerten Kobisch & Co einen fast ungefährdeten erneuten Titelgewinn an, auch drei schwache Schlussrunden von Markus Janßen, der am ersten Tag noch deutlich das Einzel angeführt hatte, wurden locker weggesteckt.

Spannender war zunächst das Rennen um Silber, bei dem man sich im Mainzer Lager zunächst allenfalls Außenseiterchancen ausgerechnet hatte. Doch eine Leistungsexplosion in der zweiten Betonrunde brachte die Mannschaft vom fünften wieder auf den zweiten Platz, den es am zweiten Turniertag zu verteidigen galt. Mit konstant guten Resultaten hielt man Dormagen-Brechten stets auf Distanz, alle anderen Clubs waren längst aus dem Medaillenrennen. Vor der letzten Runde auf der Eternitanlage lag man acht Schläge vor den Verfolgern, die zwar nach dem ersten Spieler (Bernd Szablikowski 25 gegen Ralf Belz 20) bis auf drei Zähler herankamen, auf Position zwei (Hannes Klee 20 gegen Andreas Wittke 23) aber wieder drei Schläge einbüßten. Das letzte „Duell“ zwischen Joachim Eichhorn und Matchplay-Europameister Michael Neuland musste die Entscheidung bringen, die mit 24 zu 28 unerwartet deutlich für den Mainzer ausging. Gold und Silber für die beiden MGC-Teams: Die Sensation war perfekt, auch auf fremdem Gelände mit magerer Vorbereitung erwies sich die Mainzer Phalanx als zu stark für die zum Teil mit großen Hoffnungen angetretenen Konkurrenten.

Die zweite Hälfte der DSM gehörte den Einzelentscheidungen im Zähl- und Lochwettspiel mit weiteren Medaillenchancen für die MGC-Equipe. Bei den AK1-Seniorinnen hatte Alice Kobisch als Titelverteidigerin bereits nach den acht Mannschaftsrunden, die mit in die Einzelwertung einfließen, einen beruhigenden Vorsprung. Erfreulicherweise hatte sich Petra Szablikowski, zum ersten Mal bei einer Ü45-DM am Start, ebenfalls in der Spitzengruppe eingenistet. Mit dem nach Kobisch zweitbesten Resultat in den letzten vier Runden kletterte die Mainzerin noch an den Nationalspielerinnen Andrea Reinicke, Nicole Warnecke (beide Cuxhaven) und Ute Rothermel (Bensheim) vorbei auf den Silberplatz: Doppelsieg also nicht nur für die Teams sondern auch im Einzel der Ü45-Damen.

Ein einmaliger Krimi entwickelte sich im Männer-Einzel. Lange Zeit sah alles nach einem klaren Sieg des Waldshuters Ralf Schmitt-Hess aus, der insbesondere auf den Eternitbahnen mit drei Runden unter 20 brillierte. Dahinter lag, mit respektvollem Abstand, eine große Verfolgergruppe, unter anderem mit den drei Mainzern Bernd Szablikowski, Joachim Eichhorn und Markus Janßen. In der finalen Eternitrunde patzte Schmitt-Hess mehrfach und wurde von den Verfolgern „eingefangen“. Den Titel holte sich schließlich Dirk Otten (Salzgitter) mit 299 Schlägen aus 12 Durchgängen. Mit dem Minimalrückstand von einem einzigen Schlag folgten nicht weniger als fünf Spieler, die drei genannten Mainzer, Schmitt-Hess sowie Hans-Dirk Czerwek (Berlin), so dass ein „sudden death“ über die Medaillenplätze entscheiden musste. Das erste Extraloch war Endstation für Szablikowski und Schmitt-Hess, die auf einem geteilten fünften Rang landeten. An Bahn zwei erwischte es Eichhorn, dessen Ball eine 180°-Kehre um den Lochrand drehte – Platz vier. Erst drei Bahnen später sicherte sich der Berliner Czerwek Silber vor Markus Janßen und beendete damit den wohl knappsten DM-Wettbewerb aller Zeiten. Mit Roman Kobisch (12.) und Hannes Klee (15.) landeten zwei weitere Mainzer Spieler im Vorderfeld.

Am Schlusstag standen noch die Matchplay-Entscheidungen auf dem Programm. Bei den Mainzer Männern war „die Luft draußen“, nach der Runde der letzten 16 waren alle MGC-Spieler ausgeschieden. Am Ende siegte Gerd Fischer (Süßen) gegen Czerwek. Bei den Damen lief es besser. Zwar war Alice Kobisch nicht mehr am Start, sie und Roman Kobisch waren nach den Strokeplay-Entscheidungen Richtung Olching abgereist, wo sie mit den MGC-Bundesligateams um weitere DM-Medaillen spielen, dafür kämpfte sich aber Petra Szablikowski Runde für Runde weiter und stand nach Siegen gegen Christine Feucht (Singen), Petra Träger (Büttgen) und Andrea Heublein (Lichtenfels) im Endspiel gegen die zweimalige deutsche Damenmeisterin Nicole Warnecke (Cuxhaven). Das Finale stand lange Zeit auf der Kippe, erst an der vorletzten Bahn gelang Warnecke der entscheidende Bahngewinn. Nach Team- und Zählspielsilber also die dritte silberne Medaille für Petra Szablikowski – viel besser konnte ihr Einstand bei der DSM nicht ausfallen.

Zum Abschluss des Festabends wurden vom Bundessportwart Andreas Träger noch die Mannschaften für die Europameisterschaft in Askim (Schweden) bekanntgegeben. Mit Alice und Roman Kobisch sowie Markus Janßen sind drei Mainzer an Bord. Auf völliges Unverständnis stieß die Nicht-Berücksichtigung von Joe Eichhorn, der fünf der Nominierten im Einzelklassement zum Teil deutlich hinter sich gelassen hatte und mit den beiden anderen schlaggleich ins Ziel kam. Nominiert wurden bei den Damen, neben Alice Kobisch, Andrea Reinicke, Nicole Warnecke und die Göttingerin Alexandra von dem Knesebeck. Das Männerteam besteht außer den beiden Mainzern aus Hans-Dirk Czerwek, Robert Kullick (Berlin), Philipp Busche (Göttingen), Michael Neuland (Dormagen-Brechten) und Karl-Heinz Gerwert (Waldshut).

Strokeplay Ergebnisse hier

Matchplay Ergebnisse hier

Wie sich die Bilder gleichen: Alice 2014 in Arheilgen …

… und Alice 2015 in Trappenkamp:

 

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